Herkunft

Seinen Ursprung hat der Neufundländer auf der Insel Neufundland, die diesem einzigartigen Hund seinen Namen gegeben hat. Neufundland ist der Atlantikküste Kanadas vorgelagert und hat nahezu  30 % der Fläche von der Bundesrepublik Deutschland, wird aber nur von etwa einer halben Million Menschen bevölkert. Die meisten Bewohner Neufundlands leben heute noch, direkt oder indirekt, vom Fischfang oder von der Robbenjagd.

 

In alten Überlieferungen findet man Hinweise auf einen Hund vom Typ “Tibetmastiff‘, der die Indianer begleitete und ihre Lasten zog. Auch die Wikinger hatten 4000 Jahre später – 1001 n. Chr. - „Bärenhunde“ bei sich und vermutlich liegt hier die Grundlage des heutigen Neufundländers. Fischfangschiffe, die die Häfen Neufundlands besuchten und Hunde mitführten, bildeten sicher die Grundlage des heutigen Neufundländers. Europäische Seefahrer brachten diese Hunde im 19. Jahrhundert dann mit nach Europa.

Verwendung

In seiner ursprünglichen Verwendung zog der Neufundlandhund als treuer Freund der Fischer die Fischkarren oder im Winter die Schlitten. Beim Fischfang half er, die Fischernetze auszulegen und einzuholen sowie die Fischerboote an Land zu ziehen. Bedingt durch die vielen Stürme an den Küsten Neufundlands waren häufig Rettungsversuche notwendig. Der Neufundländer hatte dabei die Aufgabe, zu den gestrandeten Schiffen zu schwimmen und eine Leinenverbindung zu den Rettungsmannschaften herzustellen. Eine große Zahl von Menschen verdankte diesen Hunden so das Leben. Dieser Instinkt für Wasserarbeit ist dem Neufundländer bis heute erhalten geblieben.

 

Logischerweise erfordert der Einsatz für solche Aufgaben einen kräftigen, muskulösen, knochenstarken und großen Hund, der jedoch alles andere als plump ist. Trotz der Schulterhöhe von etwa 70 cm und einem Gewicht von mehr als 60 kg beim Rüden und einer Schulterhöhe von etwa 65 cm und einem Gewicht von ca. 50 kg bei der Hündin, handelt es sich beim Neufundländer um einen sehr beweglichen und harmonisch aufgebauten Hund von typisch bärenhaften Aussehen.

 

Auch ohne die seit Jahrzehnten erzählten, mehr oder weniger glaubwürdigen und oft rührseligen Geschichten über Neufundländer, sind diese großen, meist schwarzen, manchmal braunen oder seltener weiß-schwarzen Hunde tatsächlich überaus liebenswert. Der Neufundländer hängt sehr an seiner Familie und liebt Kinder über alles. Er hat ein freundliches gutmütiges Wesen, weiß aber sehr wohl zwischen Freund und Feind zu unterscheiden, zumal er schon nach kurzer Zeit alle Nachbarn im weitesten Umkreis kennt.

 

Die meisten Neufundländer sind ausgesprochene Wasserratten. Wann immer es möglich ist, sollte man ihnen die Freude machen, uns zu zeigen, welch hervorragende Schwimmer sie sind. Aufgrund dieser von seinen Vorfahren ererbten Eigenschaft kann der Neufundländer für viele Dienste im und am Wasser, insbesondere für die Rettungsarbeit, erfolgreich ausgebildet werden.

 

Wegen seines sanften und ausgeglichenen Wesens mit sehr hoher Reizschwelle wird der Neufundländer aber auch mit Erfolg als Blindenführer eingesetzt. Er neigt wenig zum Wildern und schließt mit anderen Tieren schnell und gerne Freundschaft. Trotzdem muss so ein großer und kraftvoller Hund auch erzogen werden, liebevoll aber konsequent. Aufgrund seiner ‚starken‘ Persönlichkeit kann er nämlich einen ordentlichen Dickkopf besitzen. Sehr wichtig ist, dass der Neufundländer als Familienhund von Anfang an einen engen Kontakt zu seinen Menschen hat. Keinesfalls ist er ein Zwingerhund. Artgerechte Haltung sollte selbstverständlich sein. Eine Etagenwohnung ist sicherlich ungeeignet. Neben ausgedehnten Spaziergängen braucht er einen Garten, möglichst keinen Ziergarten, mit einem trockenen, kühlen und zugfreien Platz zum Ruhen und Schlafen. Wie übrigens bei allen langhaarigen Hunden benötigt auch das wetterfeste, dichte Fell des Neufundländers eine regelmäßige und intensive Fellpflege.

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© Verein von Neufundländer Freunden und Züchtern Deutschland e.V.